Die Bayerische Staatsregierung unter Führung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat am 16. März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie den Katastrophenfall für ganz Bayern ausgerufen. Damit ist zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus eine klare Steuerung mit zentralen Eingriffs- und Durchgriffsmöglichkeiten möglich.

Die Erkrankung ist sehr infektiös. Es besteht weltweit, deutschlandweit und bayernweit eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation mit starker Zunahme der Fallzahlen innerhalb weniger Tage auch in Bayern. Insbesondere ältere Menschen und solche mit vorbestehenden Grunderkrankungen sind von schweren Krankheitsverläufen betroffen und können an der Krankheit sterben. Da weder eine Impfung in den nächsten Monaten, noch derzeit eine spezifische Therapie zur Verfügung stehen, müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung zu verlangsamen, damit die Belastung für das Gesundheitswesen reduziert und die medizinische Versorgung sichergestellt werden kann.

weiter zu den FAQ zum Thema Corona...


Bürgertelefon zum Thema Corona-Virus

Ab sofort gibt es im Landratsamt München ein Bürgertelefon zum Thema Coronavirus. Unter der 089/6221-1234 können Sie von montags bis freitags von 9-16 Uhr die Kollegen des Landratsamtes erreichen. Das Bürgertelefon ist ein Angebot ausschließlich für Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis München.


Offener Brief des Bürgermeisters

Sehr geehrte Taufkircheninnen und Taufkirchner!

Die Corona-Epedemie zwingt zu Maßnahmen, die uns bisher unbekannt waren. So wähle ich auch diesen Weg, um mich in einem offenen Brief direkt an Sie zu wenden. Ich möchte Sie informieren und beruhigen.
So wie Sie frage auch ich mich: „Ist das alles noch normal? Warum all diese Maßnahmen? Viren kennen wir doch: SARS, Schweinegrippe und nun Corona. Jetzt drehen sie aber alle durch! In Frankreich Schließung aller Schulen und Kindergärten. In Italien wird das gesamte öffentliche Leben still gelegt, in ganz Bayern und anderen Bundesländern werden die Schulen geschlossen ….“

Erst einmal kann ich Sie mit Überzeugung beruhigen: Die Viruserkrankung verläuft bei Kindern und Erwachsenen in aller Regel in einer leichten Form. Der Körper von gesunden Menschen ist meist in der Lage, sich selbst „zu heilen“. Medikamente (wie z.B. damals mit Tamiflu bei der Schweinegrippe) gibt es (noch) nicht.

Weshalb dann aber die Schließungen und Quarantäne?
Gefährdet sind vorerkrankte Menschen (siehe hierzu auch die Ausführungen des Robert Koch Institutes) und lebensältere Menschen. Würden wir das Virus „einfach laufen lassen“, gäbe es auf einen Schlag massenhaft Erkrankte. Dadurch würde die Übertragung an die vorerkrankten und lebensälteren Menschen forciert. Explosionsartig wären auch diese Menschen betroffen und bei dieser Risikogruppe wäre eine signifikante Sterblichkeitsrate zu erwarten.

Um diese Risikogruppe so weit wie möglich zu schützen, muss die Infektionskette unterbrochen werden. Nur so ist es uns möglich im Interesse Aller unsere Krankenhäuser und Ärzte mit „relativ wenigen“ Fällen funktionsfähig zu erhalten und nicht mit einer riesigen Krankheitswelle zu überfordern.

Wie versuchen wir die Infektionskette zu unterbrechen?
Menschen, die aus Risikogebieten nach Hause kommen, oder Menschen, die sich nachweislich bereits infiziert haben oder längeren dichten Kontakt mit Infizierten hatten, werden unter häusliche Quarantäne gestellt. Das ist die einfachste Form zur Unterbrechung der Kette.

Wohltuend ist, dass hier unsere Nachbarschaft funktioniert! Nachbarn und Verwandte versorgen die Menschen in Quarantäne! Danke!

So war die Vorgehensweise diese Woche in unserer Mittelschule. Deshalb wurde die Schule vorsorglich (!!) vorrübergehend geschlossen, um auf die Untersuchungsergebnisse der unter Verdacht stehenden nur temporär in der Schule gewesenen Person zu warten - es handelt sich bei dem Verdachtsfall weder um einen Mittelschüler noch um einen Mittelschullehrer.

Wenn die Testergebnisse negativ ausfallen, hätte die Schule am Dienstag wieder öffnen können.
Dem ist allerdings jetzt die Staatsregierung in einer Allgemeinverfügung entgegen getreten, nach der sämtliche bayerischen Schulen und Kindertagesstätten zunächst nicht mehr der Kinderbetreuung dienen dürfen.

Falls der Test positiv ausfällt, müssen alle weiteren Kontaktpersonen der Erstinfizierten ermittelt werden und auch in Quarantäne.

Das ist bei einer großen Anzahl von Kontakten natürlich sehr schwer. Deshalb ist die Schulschließung ein geeignetes Mittel, die Verbreitung des Virus zu vermeiden bzw zu bremsen.

Erfreulich ist für Taufkirchen, dass wir bislang (Stand 13.3.20) keinen konkreten Infektionsfall hatten.

Uns ist natürlich bewusst, dass es durch Schülerinnen und Schüler in anderen Schulen weitere Zweit- und Drittkontakte gibt. Ob z.B. durch Geschwisterkinder an anderen Schulen oder auch „nur“ beim Einkauf im Supermarkt oder ….
Hier erfolgen erst Maßnahmen, wenn eine Übertragungskette durch bestätigte Untersuchungen vorliegt.

Nachdem Bayern die Kinderbetreuung in Schulen und Kitas nun untersagt hat, wird an einer Notbetreuung gearbeitet. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgungsrelevanter Betriebe (Ärzte, Pfleger usw.) muss eine Kinderbetreuung sichergestellt werden.

Mit der Absage aller öffentlichen Veranstaltungen, ist ein weiterer großer Beitrag zur Unterbrechung der Infektionskette erfolgt. An dieser Stelle Danke an alle Veranstalter, die nach Rücksprache mit mir Verantwortung übernommen haben und die Veranstaltungen abgesagt oder verschoben haben.
Bei den anderen habe ich die Verantwortung übernommen und die Absage der Veranstaltungen angeordnet, wie im Kulturzentrum bis Ende der Osterferien oder für die Wachhüttn- und Maibaumfeiern der Burschen.

Ich kann Sie nur bitten, auch im privaten Bereich Zusammenkünfte – wenn möglich – zu minimieren bzw. vorrübergehend ganz einzustellen. Denken Sie an die oben erwähnten Risikogruppen und daran, dass die Infektionskette möglichst gar nicht erst durch Sie forciert wird.

Was erwartet uns noch?
Einen genauen Verlauf kann niemand vorher sagen. Oberstes Gebot ist Ruhe und Unterbrechung der Infektionskette. Ich bin mir sicher, dass wir alle das gemeinsam bewältigen!

Wir handeln derzeit einzig mit dem Ansinnen, dass die gefährdeten Menschen nach Möglichkeit verschont bleiben bzw. wenn sie betroffen sind, ausreichend Klinikbetten zur Verfügung stehen! Unser Krisenstab im Rathaus beobachtet die Situation und steht mit dem Landratsamt, dem Gesundheitsamt und den Nachbargemeinden in engem Kontakt.
Die von mir geschilderten Maßnahmen sind Vorsorgemaßnahmen, damit wir nach Möglichkeit nicht in die Situation kommen, dass uns eine Welle von Erkrankungen überrollt.
Bleiben Sie ruhig und gelassen!

Halten Sie sich an die beschriebenen Schutzmaßnahmen und geraten Sie nicht in Panik.

Nutzen Sie zur Information die Internetseiten des Robert-Koch-Institutes und auch unsere gemeindliche Homepage und die Facebookseite der Gemeinde – nutzen Sie auch die für Ihre Information; dafür ist kein Facebook -Konto erforderlich.

Mit den besten Grüßen und bleiben Sie gesund


Ihr Bürgermeister
Ullrich Sander